>>>>>>>>> Steinschleuder <


Als 1814 der Förster Auerswald einen Steg vom Neurathener Felsentor zur Steinschleuder erbauen ließ, legte man im Zuge dieser Arbeiten auch die mittelalterliche Stufenreihe am mittleren Basteifelsen frei. Als diese freigelegt waren ist der Förster Auerswald hinaufgestiegen und fand große steinerne zugehauene Steinkugeln. Er schloss daraus das hier eine große Steinschleuder gestanden haben muss. Ab diesen Zeitpunkt hieß der Fels die "Steinschleuder".

Felsentor und Steinschleuder (Ludwig Richter 1823)
Felsentor und Steinschleuder (Ludwig Richter 1823)

Auf dem Gipfelbereich sind die Balkenfalze einer Wurfmaschine heute noch zu finden. Mit einer katapultähnlichen Schleuder wurden große, über 50 kg schwere Steinkugeln zur Abwehr gegen Angreifer der Burg geschossen. Im Bereich des Felsmassivs fanden sich allein 5 Sandsteinkugeln im Durchmesser von 37 bis 45 cm. Außerdem wurden zwei Steinkugeln aus der Elbe geborgen. Weitere Falze sowie die große Stufenanlage, die 1816 und 1876 bis 1879 teilweise erneuert wurde, lassen deutlich die Zugehörigkeit der Großen Steinschleuder zur Gesamtanlage Neurathen erkennen. Eine 1823 von Ludwig Richter geschaffene Radierung gibt uns die Ansicht des Tores mit zwei einfachen Holzbrücken- bis zur Großen Steinschleuder führend- wieder. Auf den Felssockeln sind noch die Aufmauerungen der einst tiefer führenden mittelalterlichen Brücke zu beobachten. Um 1821 muss diese Überbrückung entstanden sein.

Felsentor und Steinschleuder um 1830
Felsentor und Steinschleuder um 1830


Das Felsentor bildete den Zugang zum oberen Teil der Burg. An der Stirnfront sind beiderseits an den bearbeiteten Sandsteinwänden mehrere große Falze zur Aufnahme erhöhter Räume und Spuren zur Anbringung eines Tores erkennbar. Im Durchgang zeigen sich an der linken Felsseite die schräg aufwärts führenden Schleifrillen der Zugbrückenseile. Diese lassen vermuten, dass ursprünglich der Brückenteil eingezogen und nicht angekippt wurde. 1793 hat in den Rillen ein "Josebh Kröschel avs Behm" ( aus Böhmen) seinen Namen hinterlassen. Hier im inneren Teil des Neurathener Felsentores begann auch der in der Burgenzeit benutzte Wehr- oder Umgang. Stufen und Falze an der Außenwand zur Mardertelle zeigen deutlich die ehemalige Wehrgangsführung um den Felspfeiler herum. Im Felsentor sieht man noch deutlich an den Seitenwänden die Merkmale des Achsen und Räder von Wehlen und Rathewalde her.

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Interessante links :

- Gemeinde Lohmen- Felsenburg Neurathen




Letzte Änderung am 12.03.2013

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Interessante Bücher:


Die Bastei in Der Sächsischen Schweiz (1897)


"Wilhelm Lebrecht Götzinger-Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der sogenannten sächsischen Schweiz"

Ausgabe von 1804

(erste ausführliche Reisebeschreibung über die Sächsische Schweiz)