>>>>>>>>>> Die Rahmhanke <


Einleitung:

Rahm-Hanke 1917 (Foto W.Hahn)
Rahm-Hanke 1917 (Foto W.Hahn)

Nur versierten Wanderern und Bergsteigern ist er bekannt, der schmaler Gratweg der auf halber Höhe zwischen der Elbe und unterhalb der Bastei verläuft. Dieser Weg ist heute als "Rahmhanke" bekannt. Am Tiedge (Rosenbettfels) beginnend, zieht sie sich unter der Großen Steinschleuder und der Basteiaussicht entlang. Anschließend quert der Weg die Hoffkluns, führt am Wartturm vorbei und mündet schließlich am Lochturm in den Hirschgrund.

Schon im Mittelalter, als die Burgen Alt- und Neurathen ein festes Bollwerk bildeten, war dieser Weg in deren Verteidigungssystem eingebunden. Erst über 400 Jahre später erfolgte eine neuerliche Nutzung, um bis heute als ein Klettersteig für Bergsteiger zu dienen.

Auf der Rahm-Hanke
Auf der Rahm-Hanke

Die Namensgeber gehörten allerdings nicht zu Letzteren und dennoch haben ihre beiden Namen die Zeiten überdauert. Bisher war über die genannten Personen nicht viel zu erfahren. Lediglich Richard Vogel hatte in "Werte unserer Heimat" zur Rahm?Hanke geschrieben: Ihren Namen erhielt sie nach der Felsinschrift der frühen Begeher, "der beiden Angestellten der Basteigaststätte Rahm und Hanke."[1]

Rahm und Hanke:

Während über Hanke bis heute nicht viel bekannt ist, lässt sich über Rahm doch einiges mehr sagen. Emil Max Rahm wurde am 16. Mai 1872 in Bonnewitz bei Dresden geboren. Sein Vater war der Holzhändler Moritz Rahm, geboren 1850 in Pratzschwitz. Seine Mutter hieß Anna Therese Rahm, eine geborene Sperling, aus Struppen. Im Anhaltinischen lernte Max Rahm später einen Karl Keil aus Köthen kennen, der in der Gastronomie arbeitete und dessen Vater der Gastwirt Gottfried Keil in Edderritz war.

Rahm erlernte später den Beruf eines Kellners und wurde in den neunziger Jahren Oberkellner auf der Bastei. Nach dem ersten Weltkrieg selbständiger als Gastwirt in Dresden. Durch die Verbindung zu Karl Keil lernte Rahm auch dessen Schwester Lina kennen, welche 1877, in Gröbzig geboren wurde, 28. April 1900 heirateten die beiden in Edderitz. Die ersten Söhne, Gottfried Emil Max und Karl Fritz kamen in Köthen und Magdeburg zur Welt.

Kurze Zeit später zog es Rahm wieder in die Sächsische Schweiz, nach Rathewalde. Sein Onkel Gustav Sperling hatte dort ein Bauerngut. In Rathewalde erblickte auch der dritte Sohn, Arthur Heinz Rahm, am 16. März 1904, das Licht der Welt. Ein späterer Sohn von Heinz Rahm ist der 1935 geborene und heute in Mannheim lebende Wilfried Rahm. Kurz nach der Geburt von Heinz siedelte die Familie Rahm nach Rathen um, und bezog eine Wohnung in der neu erbauten "Villa Daheim". Dort kam am 21. August 1905 das vierte Kind, die Tochter Lina Helene, zur Welt Der Vater Max Rahm wurde als "Oberkellner in Niederrathen" bezeichnet. Die Taufe von "Leni" fand am 1. Oktober 1905 in der Kirche von Königstein statt. Die Taufpaten waren unter anderen, Helena Alma Rahm, Villenbesitzer-Ehefrau in Thürmsdorf, und Anna Ida Wollbrandt, Glasmacherfrau aus Ottendorf.

Sein Leben zwischen Rathen, Dresden und Lohmen

Max Rahm auf ser Rahmhanke
Max Rahm

Max Rahm hielt es aber auch in Rathen nicht lange aus. Sein 5. Kind, der Sohn Max Karl, kam 1907 in Weißenfels zur Welt, verstarb dort jedoch bald. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde die Ehe zwischen Lina und Max Rahm geschieden. Die Mutter ging mit den vier Kindern zurück nach Köthen.

Wohin Max Rahm sich wandte, ist bisher unbekannt. Wahrscheinlich wurde er während des Krieges zur Heimatfront, eingezogen und stand altersbedingt nicht mehr Im Felde. 1922 hatte er als Gastwirt den ",Böhnischhof" auf dem Böhnischplatz Nr.,9 in Dresden Johannstadt übernommen und erweiterte diesen zum Hotel. Mit seiner zweiten Frau Klara Milda" blieb er ganze elf Jahre dort. 1933 verließ er sein Hotel und ging als Privatus nach Lohmen. Anfang 1936 pachtete das Ehepaar Rahm den Ratskeller in Dresden Coschütz.

Otto Schreck, der Ehemann von Rahms Tochter Lina Helene und Rektor einer Hilfsschule in Köthen, verbrachte 1936 mit seiner Frau einen zehntägigen Urlaub in der sächsischen Schweiz, worüber er auch Tagebuch führte. Aus Bad Schandau sandte Lina Schreck an ihre Nichte in Köthen eine Postkarte mit der Ansicht der Rahm- Hanke. Sie schrieb: "Wo auf dem Bilde der Mann steht, war als erster Dein Opa Rahm und deshalb heißt der Rand so. Und ganz unten wo die Elbe fließt liegt Rathen und da bin ich geboren. "

Max Rahm soll noch das Kriegsende in Dresden erlebt haben. Dann verliert sich seine Spur. Vielleicht ist er in eines der ihm bekannten Dörfer der Sächsischen Schweiz gezogen. Todesort und Todestag sind bisher unbekannt. Doch seit wann gibt es nun eigentlich die Rahm-Hanke? Hier hilft wieder das Tagebuch von Otto Schreck weiter. Unter dem 12. August 1936 schrieb er: "Rahmhanke sahen wir vom Schiff aus. Papa Rahm hat dort seinen Namen 1895 eingeschrieben. Er ist vom Schiff aus zu sehen an einer Stelle über dem dunklen Rand."

Interessantes zur Rahmhanke

Im Jahre 2000 besuchte Wilfried Rahm, der Enkelsohn von Max Rahm die Rahm-Hanke. Eine Außführliche Beschreibung des Besuchs erschien in einem Mitteilungsheft des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB).[2]

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Interessante links :

- Seite über die Rahmhanke incl.Bilder, Begehungen u.a.

- 1934 Parolen auf der Rahmhanke

- Stadtarchiv Johannstadt


Literaturquellen:

[1] - Richard Vogel- Werte unserer Heimat (Gebiet Königstein)

[2] - SBB-Heft 1-2005 Seite 38 - Enkelsohn von M. Rahm auf der Rahm-Hanke


Letzte Änderung am 05.11.2016

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de


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