>>>>>>>>>> Amselfall <


Der Amselfall befindet sich im romantischen und viel besuchten Amselgrund und wird erstmalige im Jahr 1548 beschrieben.

Amselfall von Christian Gottlob Hammer
Amselfall von Christian Gottlob Hammer

Als einer der ersten Maler, die auf dem sogenannten „Malerweg“ die Schönheiten der Sächsischen Schweiz festhielten, malte Christian Gottlob Hammer den Amselfall.

An der mit rund 10 m Höhe größten Gefällestufe des hier klammartig verengten Amselgrundes bildet der Grünbach einen breiten Wasserschleier, der sich über das Amselloch, eine Einsturzhöhle, ergießt. Die Decke dieser 15 m langen Höhle wird von Sandsteinblöcken gebildet, die von den Wänden herabgestürzt sind. In der Schlucht und in der Höhle deuten Strudeltöpfe und Auskolkungen auf die Schmelzwässer, die in älteren Eiszeiten der Elbe zustürzten.

Seit etwa 1830 wird der Amselfall im Sommer vom Besitzer der Untermühle von Rathewalde bewirtschaftet. Am 28. September 1907 wurde die Gastätte an den Forstfiskus verkauft, nachdem der Mühlenbesitzer Friedrich August Kegel am 10. Februar 1907 verstorben war. Der Verkaufspreis betrug 3500 Mark. Verkäufer war Frau Auguste Karoline verwitwete Kegel geb. Köckritz aus Rathewalde. Von Seiten der Forstverwaltung unterzeichnete der damalige Hohnsteiner Revierförster Karl Adolf Hermann Krutzsch.

bereits am 11.Januar 1908 wurde die Gaststätte verpachtet. Der erste Pächter war Ernst Gustav Willi Mittag aus Rathewalde der auch in Besitz der Gaststätte "Erbgericht" war. Ernst Gustav Willy Mittag wurde am 28.Dezember 1876 geboren und hatte mit seiner Frau Emma (geb. Kegel) 8 Kinder.

Nach 1920 kam es zu mehreren baulichen Um- und Erweiterungsarbeiten. So stellte Gustav Mittag den 1926 den Antrag die damals offene Veranda überdachen zu dürfen. Der Antrag wurde 1927 von der Forstdirektion genehmigt. Auch wurde 1930 der Amselfall an das Ortswassernetz von Rathewalde angeschlossen.

Gaststätte Amselfall
Gaststätte Amselfall

Der ursprünglich fast ganz durch die Höhle fließende Bach ist im 19. Jahrhundert über die Höhlendecke zur Absturzstelle geleitet worden. Der Wasserfall wurde zudem, ähnlich wie der Lichtenhainer Wasserfall, durch eine bedienbare kleine Wehrschütze für einen schwallartigen Abfluss hergerichtet, um die touristische Attraktivität zu erhöhen.

zu Anfang des 19. Jh. hat der Librettist der Oper "Der Freischütz", Johann Friedrich Kind Johann Friedrich Kind die einzigartige und urwüchsige Atmosphäre des Amselfalls erlebt und die Erinnerungen in seinem Buch "Das Grausen der Wolsschluchtszene" verarbeitet.

Erst 1828 wurden die Stufen und der Weg nach Rathewalde angelegt. Einige Stufen oberhalb der Gaststätte sind über einer Bank die Jahreszahlen 1828-1928 in den Fels eingeschlagen. Sie weisen auf das 100- jährige Bestehen des Weges durch den Amselgrund hin.

Einmeißelung oberhalb des Amselfalls
Einmeißelung oberhalb
des Amselfalls

Am 25.5.1906 schwemmte ein Wolkenbruch die alten Anlagen weg. Danach wurde wurden die heute noch bestehenden Gebäude errichtet. Das Blockhaus diente als Gaststätte, der erst später ein Stockwerk aufgesetzt und eine Veranda hinzugefügt wurde. Am 5.7.1958 verursachte ein weiterer Wolkenbruch nochmals schwere Schäden im Amselgrund und den Gebäuden des Amselfalls. Die extremen Regenfälle im Sommer 2010 verursachten vor allem schwere Schäden am Weg vom Amselfall nach Rathewalde die einer zeitweiligen Sperrung des Weges führten.

In der unmittelbar am Wasserfall gelegenen Amselfallbaude mit Gasthaus ist die 1991 eröffnete Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz angesiedelt. Es war die erste Informationsstelle in damals noch jungen Nationalpark Sächsische Schweiz. Im Jahre 2010/11 wurde die in die Jahre gekommene Ausstellung, von der Leipziger Firma UNIKATUM, völlig neu gestaltet. Im August 2011 erfolgte die Wiedereröffnung der Infostelle die einem Besuch lohnt. Vor allen ein Film über das Leben der Wasseramsel, die auch im Amselgrund zu beobachten ist, fasziniert die Besucher. Die Informationsstelle ist von April bis Oktober geöffnet, und in den Wintermonaten geschlossen.

Seit 1931 Betrieb der Besitzer des Amselfalls einen Verkausstand am Eingang zu den Schwedenlöchern. Anfänglich wurde vom Finanzministerium eine feste Verkaufshalle abgelehnt. Dagegen wird genehmigt, an dieser Stelle einen fliegenden Verkaufsstand für Alkoholfreien Getränken- Milch- und Postkarten zu errichten. Der Verkauf war ursprünglich auf die Oster- und Pfingstfeiertage und der Oster-, Pfingst-, Herbst und großen Ferien beschränkt. Eine mehr oder weniger illegal errichtete Hütte wird nachträglich, im Jahre 1935 genehmigt. Dies und weitere Probleme führen zu Zerwürfnissen mit dem Forstamt Hohnstein.

Später soll die Hütte einem Max Höhne gehört haben der in einem Zwinger einen Affen gehalten haben soll.

Wann die Hütte abgerissen wurde ist mir nicht bekannt.

Anlieferung von Bier zum Amselfalls
Transport zum Amselfall

Die Gaststätte am Amselfall läßt sich nur über einen steilen Anstieg, mit aus Sandsteinen gesetzten Weg, aus Richtung Rathen versorgen. Die Amselfallbaude ist von April bis Oktober von 10:00 Uhr bis ca. 18:00Uhr geöffnet.

In dem Buch: "Jahrgang 1932 und so Ging's Weiter" von Karl Friedrich - steht folgendes:

"auf dem Weg des Amselgrundes war auch interessant, wie die ziemlich weit oben am Amselfall gelegene Gaststätte mit Bier versorgt wurde. Sechs Pferde vor dem Wagen waren nötig, um die Getränke und Lebensmittel bis zu der Gaststätte hochzuziehen ..." (ca. 1952)

Der Amselfall war ein Standort des in unseren Gebiet selten vorkommenden zweiblättrigen Veilchens (Viola biflora). Mittlerweise gilt das Vorkommen als erloschen.

Einige Literaturverweise hierzu sind unter "Interessante Links" zu finden.



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Literaturquellen:

- Richard Vogel- Werte unserer Heimat (Gebiet Königstein)


Interessante links :

- Literaturverweis zweiblütiges Veilchen- 1859 (Flora des Königreichs Sachsens- 1859)

- Literaturverweis zweiblütiges Veilchen- 1862 - Seite 26


Letzte Änderung am 20.08.2013

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de


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