>>>>>>>>> Der Lilienstein <


Einleitung:

Der Lilienstein, mit einer Höhe von 415 m, gehört zu den sogenannten Tafelbergen welche Majestätisch aus der Landschaftsbild der Sächsischen Schweiz herausragen. Schon von weiten entfalten sie ihren Reiz und geben den Besucher einen ersten Vorgeschmack auf das was ihm bei einem Besuch der Sächsischen Schweiz erwartet.

 Lilienstein - Grundriss des Plateaus
Abb.1 Lilienstein - Grundriss des Plateaus

Auf der rechtelbischen Seite ist der Lilienstein übrigens der einzige noch bestehende Tafelberg. Auf der linkselbigen hingegen haben mehrere Tafalberge der ständigen Erosion wiederstanden. Erwähnen möchte ich hier den dem Lilienstein gegenübliegenden Königstein sowie den Pfaffenstein, Papststein und der Gohrischstein. Der höchste Tafelberg, mit einer Höhe von 7??m befindet sich in Tshcechien und ist der hohe Schneeberg.

Geologie:

In der Sächsischen Schweiz existieren zwei Arten von Erhebungen die sich deutlich durch ihre Erscheinungsformen und letzendlich auch durch ihre Bezeichnung unterscheiden. Das sind einmal die meist hügelartigen Kuppen deren Ursprung vulkanischen oder basaltischen Ursprungs sind. Diese haben in der Beispiele sind der Winterberg, Berge die auf Stein enden, wie auch der Lilienstein, bestehen aus Sandstein. Endet die bezeichnung auf -Berg sind es Basaltkuppen also vulkanischen Ursprungs.

 Lilienstein - Profil
Abb.1 Lilienstein - Profil

Im geologischen Aufbau gibt es kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Tafelbergen. Aus einer Fußhalde erheben sich die fast senkrechten Wände und enden in einer tafelförmigen Hochfläche, die meistens mehr oder weniger stark zerklüftet ist. Tafelberge sind sogenannte Härtlinge, die der Verwitterung und den Eiszeiten, bis jetzt beharrlich, widerstanden. Da sich schließlich die Elbe, zwischen der Festung Königstein und Lilienstein, tief in die Sandsteinplatte eingegraben hat, können wir heute von beiden Hochebenen den schönen Elbbogen bewundern, der sich bis in das Rathener Gebiet fortsetzt.

Der im Jahre 1990 gegründete "Nationalpark Sächsische Schweiz" hat den Lilienstein mit dem Elbbogen zu seinem Logo zum Markenzeichen erhoben.

Das Erscheinungsbild des Plateaus (Abb.1) weist ein recht unregelmäßiges Aussehen auf. Während der zentrale und der östliche Teil einen recht kompakten Eindruck hinterlassen ist der westliche Bereich (Westhorn) des Plateaus bereits stark zerklüftet. Der Zerfall ist schon so weit fortgeschritten, dass er nur über Brücken zu erreichen ist.

Die älteste mir bekannte Karte des Liliensteinplateaus stammt aus dem Jahre 1754 und stellt den Grundriss und das damalige Wegenetz dar. Der entsprechende Link zur Karte folgt unten unter "interessante links".

Wie der Lilienstein zu seinem Namen kam:

Der Name des Liliensteins leitet sich nicht von der uns bekannten Blume her, sondern geht auf den Heiligen St. Aegidius zurück. Der Heilige St. Ägidius wird seit dem 9. Jahrhundert als heiliger verehrt. Im deutschen Sprachraum ist Ägidius auch unter dem Namen Gilg bekannt. Viele Orte in Deutschland sind nach ihm benannt, so z.B. Gillenberg bei Aachen, Gillersdorf in Thüringen, Ilgesheim , St. Ilgen bei Heidelberg St. Egidien in Sachsen.

Der an der Kolonisation unseres Gebietes beteiligte Deutsche Ritterorden verehrte ihn als Heiligen. Der Orden, auch Deutschherren- oder Deutschritterorden genannt, ist eine geistliche Ordensgemeinschaft. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit.

Der Lilienstein im Winter
Abb.2 Der Lilienstein im Winter

Der Deutsche Orden, dessen Mitglieder sich nach einem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem "Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem" nannten, wurde 1190 in Akkon gegründet, zunächst als Spitalbruderschaft und seit 1198 auch als ritterliche Kampfgemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land. Der Orden existiert auch noch gegenwärtig, und hat ca.1100 Mitgliedern. Der Hauptsitz befindet sich heute in Wien.

Am Südaufstieg weist eine alte Einmeißlung auf diese Zeit der Besiedelung hin. Die erste urkundliche Erwähnung finden wir 1379 als "Ylgenstein". Im Laufe der Zeit änderte sich die Schreibweise mehrmals, bis wir im Jahre 1489 erstmals die Bezeichnung "Lilienstein" vorfinden [1].

Das Plateau:

Auf dem Plateau des Liliensteins herrscht ein warmes und trockenes Klima. Daran hat sich auch die Pflanzenwelt angepasst. Bei den Bäumen überwiegen die Kiefern und Birken. Weiterhin findet man Traubeneichen und vor allem im westlichen Teil auch Buchen. Die Krautschicht wird von der Heidelbeere dominiert.



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Interessante links :

- Karte Lilienstein 1754


Literaturquellen:

- [1] - Richard Vogel- Werte unserer Heimat (Gebiet Königstein)


Letzte Änderung am 12.06.2016

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de



- Wanderkarten -
Detailreiche Darstellung

Festung Königstein und die Tafelberge
incl. Lilienstein

von Rolf Böhm


Wanderführer:

Wander- und Naturführer Sächsische Schweiz Gebiet (Rathen, Polenztal, Tafelberge)

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31 Touren auf vergessenen Pfaden in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz


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