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Der alte Aufzug auf den Lilienstein

In "Über Berg und Tal" der Verbandszeitschrift des "Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz", erschien im April 1883 eine Notiz, dass der Gastwirt Bergmann einen Aufzug auf den Lilienstein errichten will. Da bisher jeglicher Transport auf den Tafelberg mit Tragkörben u. ä. durchgeführt werden musste, bedeutete dieser Bau eine immense Erleichterung.

Der Sohn des Bergwirts Theodor Friedrich Bergmann, Karl Friedrich Bergmann, brachte als ehemaliger Maschinist die technischen Voraussetzungen mit, und der Schmiedemeister Oskar Heinze aus Königstein fertigte mit Hilfe einer ehemaligen Schiffswinde den Aufzug auf den Lilienstein.

An der Talstation diente ein Felsblock zur Befestigung des Tragseils, welches eine Länge von 330 Metern sowie eine Stärke von 12 mm besaß. Das Zugseil war an der Winde aufgerollt und mit seinem Ende am Aufzugswagen befestigt. Der Wagen hing an zwei Eisenstangen, die oben ein Rolle besaßen und unten in Haken endeten.

Die Winde wurde mit Kurbel per Handbetrieb in Bewegung gesetzt und war zur Erleichterung mit einem Getriebe untersetzt. Bis zu 4 Zentner schwere Lasten konnten emporgezogen werden. Nebenbei erwähnte man, dass zum Drehen der Winde zwei Frauen genügten.

Der erste größere Einsatz erfolgte gleich mit dem Aufzug des Baumaterials zur Errichtung des neuen Speisesaals.

Da zu dieser Zeit der Fremdenverkehr auf die Festung Königstein nicht gestattet wurde steigerte sich der Zulauf auf den Lilienstein und die Versorgung ließ sich mit Hilfe des neuen Aufzuges besser gewährleisten. Als man den Lilienstein elektrifizierte erhielt natürlich auch der Aufzug elektrischen Antrieb. Die mündliche Verbindung geschah mittels Telefon.

Ein besonderes Problem war der Wassertransport, zu dem mehrere Fässer verwendet wurden. Das kostbare Nass musste erst herangeschafft werden. Die Verlegung einer Wasserleitung vom Gehöft Fischer in Ebenheit bis zur Talstation vereinfachte schließlich den Wassertransport wesentlich.

Ansonsten wurde alles Erdenkliche nach oben gezogen. Die "Luftreise" einer mehrere Zentner schweren Personenwaage, die auf einigen Bildern zu sehen ist, war sogar der Anlass eines Artikels in "Über Berg und Tal". Schlachtfeste auf dem Lilienstein waren sehr beliebt und wurden in den Tageszeitungen angekündigt. Die oben gemästeten Schweine erreichten ihren Stall aber auch mit Hilfe der Seilbahn.

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Letzte Änderung am 15.10.2012

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de



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"Wilhelm Lebrecht Götzinger-Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der sogenannten sächsischen Schweiz"

Ausgabe von 1804

(erste ausführliche Reisebeschreibung über die Sächsische Schweiz)

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