>>>>>>>>>> Bedeutung der Hügelbauende Waldameisen <


Einleitung:

Im Ökosystem des Waldes spielen die Ameisen eine wichtige Rolle. Welche Einfluss Ameisen auf einen gesunder Wald haben, sind sich viele Menschen nicht bewusst. Ihre Bedeutung für viele natürliche Abläufe zeigen folgende Beispiel:

Nektarien

Die Pflanzen scheiden Nektar aus. In der Regel erfolgt das über die Blüten. Dies kann über die Blüten erfolgen Nektarien oder außeralb der Blüte befinden. Blütenstiel, usw.

Samenverbreitung

Die Natur hat im laufe der Evolution vielfältige Möglichkeiten Entwickelt, um ihre Art zu verbreiten. Ich erwähne hier nur die Verbreitung der Samen durch den Wind und mit Hilfe von Insekten wie Bienen, Hummeln und . Untersuchungen belegen, dass auch die Waldameisen an der Verbreitung von über 180 Pflanzenarten beteiligt sind. Die Wissenschaftliche Bezeichnung hierfür ist "Myrmecochorie". Dabei der Samen später noch Keimen kann darf er nicht beschädigt werden.

Das dies aber auch wirklich gelingt, müssen die Pflanzen zu einem ganz besonderen Trick greifen. Denn meist wollen die Ameisen nicht denn Samen der Pflanze verzehren, sondern nur ein nahrhaftes Anhängsel das sogenannte "Elaiosomem". Es enthällt einen hohen Anteil an Vitamienen, Zucker und Proteinen. Der eigentliche Samen wird nicht gefressen sondern als Abfall aus dem Nest entfernt.

Interessanterweise befinden sich unter den Pflanzen auffallend viele Frühblüher. Dazu gehören Corydalis- (Lerchensporn), Viola- (Veilchen), Ajuga- (Günsel), Hepatica- (Leberblümchen), Silena- (Nelken), Chelidonium- (Schöllkraut), Lamium- (Taubnessel) und Melampyrum- (Wachtelweizen). Unter den Gräsern sind es z. B. Luzula- (Hainsimsen) und Carex- (Seggen) Arten.

Basteibrücke um 1870
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Darunter sind einige Arten die fast jeder kennt, z.B. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Märzenbecher Schöllkraut (Chelidonium majus), Waldveilchen (Viola reichenbachiana), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum), Bärlauch, Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und viele andere.

Der Märzenbecher auch Frühlingsknotenblume genannt benutzt zwei Strategien um die Art zu verbreiten. Die Zwiebeln und die Samen.

Viele kennen das gelbblühende Schöllkraut und man fragt sich wie die Pflanze zum Beispiel an Mauern gelangt. Die Erklärung ist ganz einfach. Viele Ameisenarten haben Nester in Mauerritzen und Spalten. Der Samen mit dem nahrhaften Anhang wird von ihnen an diese Stellen transportiert. Der für sie überflüssige Samen bleib als Abfall liegen oder wird aus dem Nest geworfen.

Eine unmittelbare Folge des Samentransports sind auch die Pflanzenringe um die Nester der Hügelbauenden Waldameisen.

Erhöhung der Artenvielfalt(Artendiversität)

Bläulinge sind eine Familie der Schmetterlinge und sind meist an ihren meist blauen Flügeln zu erkennen die auch für ihren Namen "Bläulinge" Pate standen. Weltweit sind etwa 6000 Arten von Bläulingen nachgewiesen wurden. In Deutschland sind es nur etwas über 40 Arten.

Ein Großteil der auf der Welt vorkommenden Bläulingsarten (eine Schmetterlingsfamilie) leben in einer Beziehung mit Ameisen, also von oder mit Ameisen. Diese enge Wechselbeziehung hat dazu geführt, das viele Bläulingsarten ohne Ameisen nicht überlebensfühig sind.

Begünstigung der Wildernährung- Äsungspflanzen, Samenertrag, Ameisenpuppen

Rosenkäferlarven stellen für Wildschweine im Winter eine interessante Nahrungsquelle dar. Sie durchstöbern die Ameisennester und suchen die recht großen Larven des Rosenkäfers. Dieses durchwühlen führt in der Regel zum Tod des Ameisennestes.

Nahrungsquelle für bestimmte Vogelarten – z.B. Singvögel, Spechte, Rauhfußhühner

Die Spechte sind unmittelbar auf die Existens der Waldameisen angewiesen. Sie stellen in den Wintermonaten die wichtigste Nahrungsquelle der Spechte dar. Man erkennt im Frühjahr, an den Löchern in den Hügeln, das hier ein Specht nach Nahrung gesucht hat. Die Schäden sind meist aber gering da sich ein großteil der Ameisen in unteren Teil des Nestes zur Winterruhe zurückgezogen hat.

Weiterhin verwenden die zu den recht seltenen Rauhfußhühner gehörenden Auer-, Birk- und Haselhühner Ameisen zur Brutaufzucht. Die Jungtiere sind in den ersten Lebenswochen auf eine Eiweißhaltigen Nahrung angewiesen. Dabei spielen neben anderen Insekten auch Ameisen eine große Rolle. Später fressen sie überwiegend Planzliche Nahrung.

Es gibt Untersuchungen die eine Zusammenhang zwischen der Anzahl der Ameisennester und Vogeldichte in einem bestimmten Gebiet belegt. Demnach ist die Anzahl der Vögel in einem Gebiet mit vielen Ameisennestern um 10% höher als in einem Ameisenfreien Gebiet.

Vertilgung von Schädlingen

Ein naturbelassener Wald kennt keine Schädlinge er wird sich in aller Regel selbst regulieren.

Nicht umsonst werden die Hügelbauenden Waldameisen als Waldpolizisten bezeichnet decken sie doch einen Teil ihres Nahrungsbedarfs mit Insekten.

Ein großes Volk der Kahlrückigen Waldameisen vertilgt an einem Tag bis zu 100 000 Insekten und in einem Jahr ca. 10 Millionen Insekten. In der Umgebung der Nester ist die Insektendichte wesentlich geringer als außerhalb des Aktionsradius des Nestes.

In Zeiten großen Schädlingsbefalls können sie durch ihren rieseigen Bedarf an Insekten die Schäden an den Bäumen in ihrer Nestumgebung verhindern oder zumindest gering halten.

Förderung der Lachniden (Honigtracht)

Der begehrte Waldhonig steht in einen engen Zusammenhang zu Ameisen. Wie schon im Abschnitt Ernährung besprochen, hat der Honig seine Ursprung bei den von den Ameisen gepflegten und behüteten Blattläusen. Der von den Blattläusen produzierte Honigtau kann nur zum Teil von den Ameisen genutzt werden. Die Überschüsse werden von den Bienen gesammelt und in Honig umgewandelt.

In Gebieten mit viel Ameisennestern kann sich dadurch der Honigertrag um ein mehrfaches erhöhen.

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Interessante links :

Zu Bläulingen:

- Bläulinge

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- Der Bläuling und die Ameise (Schwarzgefleckten Bläuling)

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- Märzenbecher und Ameisen


Letzte Änderung am 10.11.2012

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de


Bücher zum Thema:


Walter Kirschner - Ameisen - Biologie und Verhalten

Mein persönlicher Tipp für Einsteiger


Karl Gößwald - Die Waldameisen: Biologie- Ökologie und forstliche Nutzung

Wer sich intensiver mit Waldameisen beschäftigen möchte


Bernhard Seifert- Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas

Buch eher für Experten die sich für die Bestimmung der Arten interessieren.