Ameisen Allgemein:


Einleitung:

Bevor wir uns speziell mit den Hügelbauenden Waldameisen beschäftigen einige einleitende Worte zu Ameisen im allgemeinen.

Schon in einem der ältesten Bücher der Welt, der Bibel, wurden die Ameisen erwähnt. So steht in Salamons (Spr 6,6-8) "Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! ...". Ein deutlicher Hinweis, dass schon damals das unermüdliche Treiben der Ameisen den Menschen nicht verborgen blieb.

Heute nimmt man an, dass Weltweit ca. 12000 bis 15000 Ameisenarten existieren. Das ist eine Schätzung, denn auch noch Heute werden werden immer wieder neue Arten entdeckt.

Außer den Polarregionen haben die Ameisen sich fast alle Lebensräume auf der Erde erschlossen.

Die mit Abstand meisten Arten Leben in den tropischen Gebieten der Erde. Europa und auch Deutschland beherbergen dazu im Vergleich eher wenige Arten.

So Leben zum Beispiel im Amazonasgebiet bis zu 300 verschiedener Arten auf einer fläche von einem Hektar. Im Vergleich dazu, wurden in ganz Deutschland bisher insgesamt nur 114 Arten nachgewiesen.

Die Ameisen können auf eine Stammesgeschichte von über 100 Millionen Jahren zurückblicken. Erste Nachweise wurden auf ein Alter von ca. 135 Mill. Jahre datiert. Das ist die Zeit, in der die Dinosaurier unseren Planeten besiedelten. Diese historischen Nachweise gelangen mit Hilfe von im fossilem Harz (Bernstein), eingeschlossener Tiere. Das sie schon so lange unseren Planeten besiedeln, ist ein deutlicher Beweiß für den Erfolg ihrer ausgeklügelten Überlebensstrategie.

Die heute lebenden Ameisenarten variieren sehr stark in ihrer Größe. Diese liegen zwischen weniger als einem Millimeter, und ca. 4,5 cm bei den in Australien und Neukaledonien lebenden Bulldoggenameisen . Sie können mit ihrem Giftstachel sogar dem Menschen gefährlich werden (allergischem Schock). Die Große der Arbeiterinnen unserer einheimischen Waldameisen schwankt zwischen 6 und 10mm.

Die Bedeutung der Ameisen in der Natur verdeutlichen auch diese Zahlen:

- 2 % aller Tierarten sind Ameisen

- 20% der Biomasse aller Tierarten weltweit sind Ameisen

- 80% der Biomasse aller Insekten sind Ameisen


Soziale Lebensweise der Ameisen:

Die meisten Insekten führen eine solitäre Lebensweise. Das bedeutet das sie die meiste Zeit in ihren Leben allein Leben.

Die Völker der Ameisen können aber Volksstärken von mehreren Hundert bis zu mehreren Millionen Tieren erreichen.

Sie gehören, wie auch einige Arten der Bienen, Wespen, Hummeln und den Termiten zu den staatenbildenden oder Eusozial lebenden Insekten. Von Wissenschaftlern wird dieses soziale Zusammenleben von Insekten, nochmals in mehrere Stufen untergliedert.

1. quasi-soziale Insekten (fast)
2. semi-soziale Insekten ("semi" = halb)
3. eusoziale Insekten ("eu" = echt).

Die Ameisen haben dabei die höchste Stufe des Zusammenlebens innerhalb einer Art erreicht, und werden deshalb als eusozial bezeichnet. Die einzelnen Stufen auf werden in Wikipedia genauer beschrieben.

Die eusoziale Lebensweise wird folgendermasen Charakterisiert:

Was aber unterscheidet ein alleinlebendes, sogenannten solidere Lebewesen, von einem in einer sozialen Gemeinschaft lebenden Insekt?

- Das Überleben eines sozialen Insektes ist nur in einer Gemeinschaft möglich. Eine einzelne Ameise ganz auf sich allein gestellt, ist nicht überlebensfähig, und würde nur wenige Tage überleben.

- Ein weiterer Unterschied ist die Arbeitsteilung. Zum einen sind das die unterschiedlichen Kasten der Ameisen, wodurch die Vermehrung von den verschiedenen Arbeitsleistung getrennt wurde. Die Königin hat nach ihrer Befruchtung als alleinige Aufgabe, Eier zu legen, und so das Bestehen des Nestes zu sichern.

Interessanterweise hat sich die Form des sozialen Zusammenlebens mehrfach, unabhängig voneinander Entwickelt, und bis in die Gegenwart erhalten.

Ich denke hier an die Termiten, deren Lebensweise auf dem ersten Blick denen der Ameisen ähnelt. Aber beide sind nicht direkt miteinander verwandt. Während die Ameisen den Hautflüglern zugerechnet werden, sind die Termiten mit den Schaben verwandt. Auch durchleben die Ameisen eine vollständige Metamorphose vom Ei, Larve, Puppe zum Imago, dem erwachsenen Insekt. Sobald sie sich von ihrem Puppenkokon befreit haben ist auch ihre Lebensgröße erreicht. Die Termiten hingegen schlüpfen als vollentwickeltes Insekt aus dem Ei und wachsen bis ins Erwachsenenstadium hinein.

Interessant ist, das es auch unter den Säugetieren eine sozial lebende Art gibt. Hierbei handelt es sich um den afrikanischen Nacktmull.


Aufbau und innere Organe der Ameisen

Der Körper der Ameisen gliedert sich in drei, deutlich voneinander getrennte Abschnitte: Kopf, Brust und Hinterleib. Bei den Hügelbauenden Waldameisen befindet sich zwischen der Brust und Hinterleib, dass sogenannte Stielchen oder auch "Schuppe" genannt.

Der Kopf ist der Sitz der meisten, für die Kommunikation wichtigen Sinnesorgane. Hier sind vor allem die Facettenaugen und die Fühler zu erwähnen. Die beiden, sehr beweglichen Fühler, sind mit zahlreichen "Haarsensillen" ausgestattet.

Die inneren Organe der Ameisen
innere Organe der Ameise

Der mittlere Abschnitt, die Brust, dient hauptsächlich der Fortbewegung, die mit Hilfe von drei Beinpaaren erfolgt.

Der Hinterleib, wird Gaster genannt. Er enthält neben den Verdauungsorganen wie Magen und Darm auch den sogenannten Sizialmagen. dient neben der Verdauung auch der Verteidigung mit Hilfe einer Giftdrüse erfolgt. Im Gegensatz zu anderen Ameisen besitzen die Hügelbauenden Waldameisen keinen Giftstachel sondern eine Giftdrüse. In Ihr wird 60% Ameisensäure gebildet die sie bei Gefahr auf ihr Opfer spritzt. Ameisensäure im Brennesselgift enthalten. Bis Ameisensäure - E 236 In niedriger Dosis unbedenkliches Konservierungsmittel. Seine Verwendung wurde Ende 1998 untersagt. Seither trägt es auch keine E-Nummer mehr. Wird auch zur Milbenbekämpfung in Bienenstöcken verendet. Hier befindest sich auch neben den für Insekten typischen Organen, der Kropf oder Sozialmagen, in dem die Nahrung in das Nest transportiert wird. Er kann sich nach der Nahrungsaufnahme auf das mehrfache seiner ursprünglichen Größe erweitern.

Er ist durch eine Art Ventil mit dem Mitteldarm verbunden. Nur bei geöffneten Ventil kann Nahrungsbrei in den Mitteldarm gelangen. Von der im Kropf gespeicherten Nahrung gelangt nur ein Teil in den Mittelmagen. Der andere Teil wird wieder zur Mundöffnung transportiert und dient als Nahrung für die Artgenossen die im Nest ihre Arbeit verrichten.

Bei den Ameisen liegen einige Organe Seitenverkehrt im Körper. Das Herz liegt in Form eines Herzschlauchs auf dem Rücken und die, bei uns Menschen als Rückenmark bezeichneten Nervenfasern, liegen bei den Ameisen als Bauchmark auf der Vorderseite.





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Literaturquellen:

-[1] Waldbewohnende Ameisen- Dr. Dr. Gustav Wellenstein (1990)


Interessante links :

- Ameisenschutzwarte Sachsen e.V.

- Ameisen Wikipedia

- Ameisen Wikipedia formica

- Ameisen Wiki

- Von Walter Kirchner - Die Ameisen: Biologie und Verhalten

- Was ist Was. Bienen und Ameisen Von Dr. Sabine Steghaus-Kovac

- Christian Platner - Ameisen als Schlüsseltiere in einem Grasland: Studien zu ihrer Bedeutung für ..

- Ameisen und Briefmarken (sehr interessante Beschreibung mit vielen interessanten Informationen


Letzte Änderung am 08.12.2021


Bücher zum Thema
Ameisen:


Auf den Spuren der Ameisen:
Die Entdeckung einer faszinierenden Welt

von Bert Hölldobler


Einführung in das Leben der Ameisen:

Walter Kirschner - Ameisen - Biologie und Verhalten


Kompakte Abhandlung zum Thema
Hügelbauende Waldameisen


Otto- Die Roten Waldameisen


Wer mehr Wissen will:

Karl Gößwald - Die Waldameisen: Biologie- Ökologie und forstliche Nutzung

Wer sich intensiver mit Waldameisen beschäftigen möchte


Für Experten
mit Bestimmungsschlüssel:

Bernhard Seifert- Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas