>>>>>>>>> Der Bärengarten unter der Hohnsteiner Burg <


Hohnstein hatte einst für den Dresdner Hof, wie auch das benachbarte Lohmen, eine große jagdliche Bedeutung. Beide Jagdschlösser stehen ja auf hohem Fels. Beide Schlösser ähneln sich sehr, in Lohmen fehlt allerdings der Treppenturm. Beides sind Bauten aus der Zeit der frühen Renaissance: Lohmen wurde 1523/24, Hohnstein 1525 errichtet. Lohmen erhielt am Wesenitzhang zur Mühlleite hin 1785 einen Englischen Garten, Hohnstein bereits 1609 einen Bärengarten im Schindergraben (dort wohnte am Rande des Städtchens der Schinder, auch Abdecker genannt, dem die Beseitigung von Kadavern oblag).

Bärengarten in Hohnstein
Mauerreste des Bärengartens

Schon im Jahre 1522 wird von einem "Tyrgartten" in Hohnstein berichtet der aber nur als ein Vorläufer des späterer Bärengartens angesehen werden kann. Der eigentliche Bärengarten wurde im Auftrag von Kurfürst Christian II. angelegt. Als Entstehungsjahr gilt 1609 und die Kosten werden mit 2051 Gulden angegeben. Als Baumaterial für die über einen Meter starke Mauer wurde behaueren Sandstein verwendet.

Die Tiere wurden hier in Hohnsteiner Bärengarten, für grausame Hetzjagten auf dem Dresdner Altmarkt und im Schlosshof von Dresden, gehalten. Vom Hohnsteiner Tiergarten sind heute nur noch Mauerreste zu sehen. Besonders eindrucksvoll ist das untere Mauerwerk mit seinem Rundbogentor der Bärenfang. Er diente zum Einfang der Tiere für den Abtransport. Die hohen Felswände am Burgberg sowie am "Großkäse" und "Rittersporn" ersetzen einen Mauerbau an der West- und Ostseite dieses Geheges.

Bei den im Hohnsteiner Zwinger gehaltenen Tieren handelte es sich größtenteils um Wildfänge aus dem Zeughausgebiet (hinterer Teil der Sächsischen Schweiz), später aus Polen. Die Bären waren in Sachsen bereits um 1660 ausgerottet worden, nachdem die Bärenbestände im Dreißigjährigen Krieg noch einmal kurz zugenommen hatten.

Bärenfang im Schindergraben
Bärenfang im Schindergraben

Mit der Zeit wurde die Hohnsteiner Anlage immer baufälliger und undichter, so dass zuweilen Bären ausbrechen konnten. Ein Hohnsteiner Bär entkam bis in den nahen Thomaswald am Tanzplan in Böhmen. Als der Ausreißer 1724 anlässlich einer Treibjagd bei Thomasdorf den Grafen Leopold Anton Salm- Reifferscheid angriff und zu Boden warf, wurde der Bär durch J. A. Hees erlegt. An dieses besondere Ereignis erinnert heute noch ein kleines Relief am Grabmal des Grafen in der Wölmersdorfer Kirche.

Das ist aber nicht der einzige Zwischenfall von dem berichtet wird. So schrieb der Hohnsteiner Pfarrer Weisse, "dass 1718 zwei starke Tiere ausbrachen und in die Stadt kamn."

Daher wurde 1756 dem Hohnsteiner Förster der Abschuss aller noch gefangengehaltenen Bären angewiesen. Seitdem hat der Bärengarten ausgedient.

Unter den üppigen Pflanzenwuchs im Bärengarten findet man unter anderen, die Schuppenwurz, Bärlauch und das Waldbingelkraut.

Der Tiergarten bei Waltersdorf

Schon knapp 100 Jahre bevor in Hohnstein ein Bärengarten errichtet wurde befand sich auf halben Wege nach Königstein ein Tiergarten. Er diente jagdlichen Zwecken und lag über dem Polenztal auf der Walterdorfer Ebenheit und reichte vom Mühlweg bis zum Börnelgraben und Buchsstein.

Als Zugang zum Tiergarten diente der eigens angelegte Neuweg. Die erste Erwähnung dieses Tiergartens erfolgte 1522. Noch 1686 wird am Buchsstein eine kurfürstliche Jagdrast abgehalten, wovon dort eine jetzt völlig verwitterte Felsinschrift lange Zeit berichtet hat.

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Letzte Änderung am 22.05.2013

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