>>>> Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) <


Vorkommen in der Sächsischen Schweiz:

Waldsauerklee ist im Frühling eine charakteristische Pflanze im Nationalpark. Typisch für schattige und feuchte Standorte sorgt er schöne und ausgedehnte Blütenteppiche z.B.in den Täler und Schluchten.

Familie:

Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)

Name:

Oxalis, der Name einer säuerlich schmeckenden Pflanze bei Nikander, wird vom griechischen (oxýs) = sauer und (hals) = Salz abgeleitet. Acetosella vom lateinischen acetum = Essig, saurer Wein, weißt ebenso wie der deutsche Name Sauerklee auf den sauren Geschmack der Pflanze hin.

Geschichtliches:

Früher hatte der Waldsauerklee eine ganz besondere Bedeutung im Schwarzwald: Hier wurde das Sauerklee-Salz (Sal Acetosellae) noch bis zum 19. Jahrhundert hergestellt.

Kleesalzsäure, Kleesalz. Acidum oxalicum Kleesalzsäure, Kleesalz (Acidum oxalicum, Sal acetosellae). Dieses Salz, diente früher als Bleichmittel und Fleckensalz, welches früher zum Vertilgen von Rost-, Blut- und Tintenflecken in der Wäsche verwendet wurde, ist ein heftiges Gift, das in verdünntem Zustande schneller als Arsenik und Sublimat, indem es resorbiert wird, durch Nervenlähmung tötet.
Das Sauerkleesalz soll zuerst von Angelus Sala, Leibarzt des Herzogs von Mecklenburg, im 17. Jahrhundert gefunden worden sein, allerdings soll er es aus dem Sauerampfer gewonnen haben.

Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)

Verbreitung:

Die ausdauernde Pflanze ist in Eurasien, Nordamerika und Nordafrika beheimatet. Wie das Busch-Windröschen ist auch der Wald-Sauerklee eine charakteristische Pflanze des Waldes, die im Frühling blüht.

Standort:

Der bevorzugte Standort dieser Wildpflanze lässt sich recht gut aus ihrem Namen herleiten: Der Wald-Sauerklee wächst auf ausgesprochen schattigen und meist etwas feuchten Stellen in krautreichen, nährstoffreichen Laubmischwäldern und Nadelwäldern auf sauren Böden. Keine andere Waldpflanze erträgt tieferen Schatten als der Wald-Sauerklee.

Blütezeit:

die Blütezeit beginnt im April und endet im Juni. Sichtbar werden dann kleine, violett geäderte Blüten mit weißer Grundfarbe. Die Blüten stehen einzeln und sind weiß oder auch blassrosa. Die Blütenkronblätter weisen eine deutliche violette oder rote Äderung auf.
Wald-Sauerklee wird von verschiedenen Insekten bestäubt. Die Samen werden von den Blütenblättern eingeschlossen. Sind sie reif, streckt sich der Stiel und die Samen werden aus ihrer Kapsel herausgeschleudert. Sie sind sofort keimfähig. Austrocknen vertragen sie nicht.

Aussehen:

Die mehrjährige Pflanze hat einen kriechenden Wurzelstock, aus dem im April die ersten Blüten getrieben werden.
Ihre langgestielten dreizähligen Blätter und die blattachselständigen, weißen Blüten mit violettroten Adern gehen aus der zarten, weithinkriechenden und unbegrenzt fortwachsenden Grundachse hervor. Waldsauerklee wird maximal 15 Zentimeter hoch und besitzt ein ausgeklügeltes System, um sich vor zu hoher Sonneneinstrahlung und Austrocknung zu schützen: Wird der Lichteinfall zu stark oder wirken andere Umwelteinflüsse auf die zarte Pflanze ein, klappt sie ihre Blätter wie einen Regenschirm nach unten und schließt sie zusammen. Außerdem schleudert sie zur Vermehrung ihre Früchte bis zu zwei Meter weit durch die Luft.

Wissenswertes:

Aus biologischer Sicht ist die Pflanze auch interessant, weil sich an ihr Bewegungsreaktionen von Pflanzen auf äußere Reize demonstrieren lassen. Nach mechanischer Reizung klappen die waagerecht gestellten Blätter binnen fünf Minuten bis zu 80 Grad nach unten, also in eine beinahe senkrechte Lage. Auch die „Schlafbewegungen“ der Pflanze sind interessant, denn in der Nacht klappen die Blätter ebenfalls nach unten um. Das geschieht außerdem, wenn man die Pflanze künstlich beschattet, was eine Abhängigkeit von Lichteinfall hinweist.
Die zarten, dünnen Laubblätter gedeihen noch bei 1/70 des vollen Tageslichtes, während sie bei starker Besonnung infolge Zerstörung des Blattgrüns zugrunde gehen. Eine weitere Anpassung an das Waldleben sind seine kontraktilen Wurzeln, die ein Überdecktwerden durch Laub und überwachsende Moose verhindern.

Geschmack:

Die kleeartigen Blättchen haben ein helles, frisches Grün, schmecken durch Oxalsäure (alter Name Kleesäure) und deren Salze sauer und haben der Pflanze ihren Namen eingebraucht. Früher wurden die Blättchen in kleinen Mengen für Salate und die Zubereitung von Grüner Sauce verwendet und ersetzten Essig und Zitrone.
Wenn man die Pflanze isst, sollte man aber vorsichtig sein, denn sie ist reich an Oxalsäure, die in größeren Mengen giftig wirkt.
Im Frühling gesammelte Laubblätter werden als Beigabe zu Spinat, Salat und Kräutersuppen gebraucht. Die Blätter werden von Kindern gern ihrer durstlöschenden Wirkung wegen gegessen, doch kann durch den Gehalt an Oxalsäure ein allzu reichlicher Genuß gesundheitsschädlich, ja selbst tödlich werden (vgl. Wirkung).

Gebrauch in der Medizin:

Auch als Heilpflanze fand der Sauerklee als Mittel zum Gurgeln Verwendung. während die Wurzeln mit Zucker gekocht als abführendes Mittel gute Dienste leisten sollen; ferner werden sie auf Wunden gelegt. Auch wurde aus einem Gemisch von Zucker und zerriebenen frischen Sauerkleeblättern eine erfrischende Limonade bereitet, die auch antipyretisch, diuretisch und antiskorbutisch gewirkt haben soll. In großen Mengen wirkt der Sauerklee auch auf das weidende Vieh giftig, es treten Gastroenteritiden auf.

Verwendung:

Mit Zucker eingelegt werden die Blätter in manchen Gegenden für den Winter als Gewürz aufbewahrt.

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Interessante links :

- Diplomarbeit - Thema Waldsauerklee


Letzte Änderung am 06.12.2013

  Kontakt: goldi@hm-noroc.de


Bücher zum Thema:



Ein sehr gutes Buch zum bestimmen einheimischer Pflanzen.


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