>>>>>>>< Sumpfporst (Ledum palustre)<


Familie:

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Name:

Der wissenschaftliche Name leitet sich vom dem altgriechischen Wort ledon, ledos = Wollstoff ab, was Bezug nimmt auf die wolligfilzigen Blätter. Das Wort palustre kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Sumpf.

Verbreitung:

Die Gattung ist mit nur drei Arten auf der nördlichen Halbkugel vertreten. Der immergrüne Porst, ein stark duftender, bis 1,5 m hoher Strauch. ist giftig und fossil in Europa seit dem Oligozän (seit 50 Millionen Jahren) nachgewiesen.

Standort:

wächst in Hochmooren und moorigen Wäldern im Norden von Europa, Asien und Amerika. Auf sauren und sumpfigen Magerböden, insbesondere in Hochmooren und Übergangsmooren.

Blütezeit:

Mai bis Juni

Aussehen:

Bis 150 cm hoch werdender Strauch mit lederartigen, immergrünen, am Rande eingerollten und an der Unterseite rotbraunen Blättern. Die Blüten sind weiß und befinden sich in Doldentrauben am Ende der Zweige. Sie erscheinen zwischen Mai und Juni.

Geschichtliches und Wissenswertes:

Sumpfporst (Ledum palustre)
Sumpfporst

Schon Hans Förster beklagt 1927, daß die Sammelleidenschaft der Kräuterfrauen, den Sumpfporst auf die unzugänglichen Stellen zurückgedrängt hat. Der Sumpfporst, volkstümlich auch als "Zeidheede" oder "Wilder Rosmarin" bezeichnet, wurde früher als Motten oder Wanzenkraut gesammelt.Er wird auch "Wilder Rosmarin" oder "Mottenkraut" (vertreibt Motten) genannt. Die Blüten und jungen Triebe wurden auch offiziell gegen Fieber, Gicht, Ruhr und Keuchhusten verwendet. Abschließend sei noch erwähnt, daß der Sumpfporst in Sachsen schon seit 1923 geschützt ist. In der Roten Liste der im Freistaat Sachsen ausgestorbenen und gefährdeten wildwachsenden Farnund Blütenpflanzen (1990) ist er als "gefährdet" eingestuft, was besagt, daß er seit 1950 20-50% seiner Standorte in Sachsen verloren hat! In der Sächsischen Schweiz sieht die derzeitige Situation nicht ganz so dramatisch aus, obwohl ein leichter Rückgang des Sumpfporstes festgestellt werden muß. Vor dem Bekanntwerden des Hopfens (Humulus lupulus) soll dem Bier in nördlichen Regionen Sumpfporst zugesetzt worden sein, was nicht nur eine Geschmacksverbesserung sondern auch eine Verstärkung des Rausches bewirkte. Auch später wurde diese Praxis noch beibehalten. Erst ein gesetzliches Verbot unter Androhung drakonischer Strafen führte zum Aussterben dieses Brauches. Eine nicht wenig bedenkliche Bierwürze war der Sumpfporst, von dem Tabernaemontanus in seinem Kräuterbuch 1613 behauptet, "die Sachsen Pflegens ins Bier zu tun": auf ähnliche Verwendung macht auch Graf Heinrich Gottfried von Mattuschka in seinem zweibändigen Werk über wildwachsende Pflanzen (1776/ 1777) aufmerksam. Die Bauern zwischen Elbe und Oder , "wo wenig Hopfen wächst, haben den unverantwortlichen Gebrauch, dieWipfel dieses Krautes unter das Bier zu nehmen, wovon es eine sehr starke, berauschende, die Gesundheit des Menschen äußerst nachteilige Kraft enthält".

Gebrauch in der Medizin:

Eigenschaften:
Innerlich: Schleimhautreizend; auswurffürdernd; löst Erbrechen aus; entwässernd und schweißtreibend. Ãußerlich: Entzündungshemmend. Anwendungsgebiete:
Innerlich: Bronchitis, Keuchhusten; Auslösen von Erbrechen.
Ãußerlich: Wundbehandlung, Hautleiden, Rheuma.
Nebenwirkungen:
Sind bisher keine bekannt.

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Letzte Änderung am 25.08.2011


Bücher zum Thema:



Ein sehr gutes Buch zum bestimmen einheimischer Pflanzen.