> Milzkraut Wechselblättriges (Chrysosplenium alternifolium)<


Vorkommen in der Sächsischen Schweiz:

Ist eine sehr häufig anzutreffende Pflanze an Bächen und in Schluchten. Beispiele sind das Polenztal, Amselgrund, Schindergraben und Bärenhohl.

Familie:

Milzkraut Wechselblättriges (Chrysosplenium alternifolium)
Milzkraut Wechselblättriges

Steinbrechgewächs

Name:

Chrysosplenium alternifolium ist der wissenschaftliche Name dieses Frühlingskrautes. Er ist griechisch-lateinischen Ursprungs und erinnert an Chrysos = Gold (Blütenfarbe) und splen = Milz (Form der Blätter).

Verbreitung:

Die zarte, stets durstige Pflanze klettert auch in den Mittelgebirgen, aber sie fehlt in Portugal, Irland, Süditalien und im Südosten Europas.

Standort:

Feuchte Laubwälder und klare Bäche, nasse Bergwiesen. Liebt stickstoffhaltige, feuchte Böden.

Blütezeit:

März bis Juni, Die Früchte öffnen sich zu zu flachen Schalen, Wenn Regentropfen hineinfallen werden die braunen Samen herausgeschleudert.

Aussehen:

Blütenfarbe: gelb und 8 bis 20 Blüten, Pflanzengröße: 8-15cm

Geschichtliches und Wissenswertes:

Milzkraut Wechselblättriges 
		(Chrysosplenium alternifolium)-offene Frucht mit braunen Samen
Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium)
offene Frucht mit braunen Samen

Gründonnerstags- auch "Osterkraut" hat man mancherorts die unscheinbare kleine Wildpflanze genannt, das zwischen Frühlings- und Sommerbeginn oft an Quellen, Bachufern, in Sümpfen, Au- und Buchenwäldern einen lindgrünen, gelb betupften Teppich bildet. Denn gern pflückte man nach der entbehrungsreichen Fastenzeit das zarte, würzige, vitaminreiche Milzkraut für die Gründonnerstagssuppe. Auch Kartoffelsalat und Eier, das Gericht am Abend vor Ostern, bekam durch gehacktes Milzkraut einen guten, frischen Geschmack. Von Vitaminen wusste man lange nichts. Wir haben durch die große Auswahl an eingeführtem Obst und Frischgemüse meist keinen Mangel an Vitamin C, oft auch keine Kenntnis von vielen heimischen Würz- und Heilkräutern, die man kostenlos sammeln kann.

Auch das Milzkraut scheint ganz in Vergessenheit geraten zu sein. Vielleicht sehen wir es bereits mit seinen kleinen Blütensternen geschmückt bei einem Ausflug in die österliche Natur. Von gelben Krugblättern sind die winzigen Blüten umgeben. Aber nur Mücken, Fliegen, Käfer kehren zum Naschen ein. Die Mühe der Honigsammler kann hier nicht belohnt werden. Das Milzkraut vermehrt sich vorwiegend durch Rhizome, die sich fadenförmig an den Wurzeln bilden und im Boden kriechen. Ständig wandernd erweitern sie den Lebensraum. Das Laub der Pflanze, sattgrün, rund oder milz- bzw. nierenförmig, breitet sich wechselständig um den vierkantigen Stengel aus. Aber wenn man das Frischlufttanken mit dem Ausschauhalten nach einem hübschen Milzkrautteppich beim Osterausflug in einen Buchen- oder Auwald verbindet, dabei ein Sträußchen Milzkraut pflückt, um es am Abend als Würze und Beigabe zu Kräuterquark, Tomaten- oder Rapunzelsalat zu servieren, kann man vielleicht beides genießen: die Natur - und das Gaumenfreuden-Erlebnis. In der berühmten französischen Küche heißt dieses Würzkraut übrigens "cresson des roches". Die hellgrünen Blätter werden auch gern zum Garnieren der Speisen benutzt. In der warmen Jahreszeit hat sich das Milzkraut bereits ins Erdreich zurückgezogen. Dort bewahrt die Pflanze in Wurzeln und Rhizomhärchen ihre im Sonnenlicht erworbene Kraft, und ist nach der langen Ruhezeit plötzlich im nächsten Frühling wieder da.

Gebrauch in der Medizin:

Aus alten Aufzeichnungen wissen wir, dass das Milzkraut früher bei Leber- und Milzerkrankungen als Tee oder Tinktur verabreicht wurde. Die Farbe der Blüten und der sie umgebenden Kragenblätter weisen - so nahm man an - auf die Heilkraft der Pflanze für diese Organe hin. Das bestätigte sich. Aber auch als Medizinpflanze geriet das Milzkraut in Vergessenheit, seit es wirksamere Mittel zur Behandlung leichter Verdauungsstörungen und Harnregulierung gibt.

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Letzte Änderung am 18.05.2012

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Bücher zum Thema:



Ein sehr gutes Buch zum bestimmen einheimischer Pflanzen.